In der Debatte um ungleiche Vermögensverteilung in Deutschland fordert die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Elisabeth Kaiser, einen finanziellen Ausgleich zwischen Bundesländern mit hohem und niedrigem Erbschaftsteuer-Aufkommen. Im ZDF-Morgenmagazin sagte die SPD-Politikerin:
Vermögen Und Erbschaften: Große Unterschiede Zwischen Ost Und West
Kaiser stellt am heutigen Mittwoch dem Bundeskabinett ihren Bericht zum Stand der Deutschen Einheit vor. Am Montag hatte das Statistische Bundesamt Zahlen veröffentlicht, wonach es bei steuerpflichtigen Erbschaften und Schenkungen deutliche Unterschiede zwischen Ost und West gibt. 2025 entfielen 95 Prozent des Gesamtwerts der steuerlich berücksichtigten Vermögensübertragungen durch Erbschaften und Schenkungen auf die westlichen Bundesländer.
In einem Gastbeitrag in der "Rheinischen Post" anlässlich des Berichts zum Stand der Deutschen Einheit schrieb Kaiser zudem, dass das durchschnittliche Netto-Gesamtvermögen in Ostdeutschland je Haushalt 2023 bei 125.500 Euro lag, in Westdeutschland bei 257.100 Euro. Beim Immobilienvermögen seien es 97.800 Euro gegenüber 214.500 Euro.
Die Ostbeauftragte betonte im ZDF, dass der von ihr vorgeschlagene finanzielle Ausgleich zwar nicht die ostdeutschen Haushalte wohlhabender machen könne. Er könne dafür aber Kindern, unabhängig vom Elternhaus, eine gute Ausbildung ermöglichen und später die Option eröffnen, Vermögen aufzubauen. Es sei richtig, bei höheren Einnahmen durch eine Erbschaftsbesteuerung einen "Länderfinanzausgleich" zu machen, der "allen Bundesländern zugutekommt, eben auch den ostdeutschen".
Löhne, Tarifbindung Und Führungspositionen: Kaisers Weitere Forderungen
Um etwas gegen das Ost-West-Gefälle tun zu können, müssten auch Löhne und die Tarifbindung in den Blick genommen werden, forderte die SPD-Politikerin. Zudem seien Ostdeutsche in Führungspositionen in Verwaltung, Kultur, Medien oder Wissenschaft kaum vertreten.
Zudem verschärften die großen Unterschiede bei Vermögen und Erbschaften das Gefühl vieler Menschen, "dass man nicht gesehen wird, dass man nicht vorkommt". In diese Lücke stoße die AfD.
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Quelle: ZDF, dpa Über das Thema berichtete das ZDF-Morgenmagazin am 30.09.2026 um 07:10 Uhr.
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